Nach dem 2. Joint CE- und FFE-Forum

Das „Joint CE- und FFE -Forum“ fand – bereits zum zweiten Mal in Folge - am 11. Oktober 2018 am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal bei Karlsruhe statt. Insgesamt nahmen 20 Teilnehmer die Möglichkeit wahr, sich intensiv über elektrophoretische Trenntechniken auszutauschen.

Eingestimmt wurde das Treffen einen Abend zuvor in einer Karlsruher Gaststätte. In lockerer Atmosphäre konnten hier erste Kontakte geknüpft werden.

Die am nachfolgenden Tag stattfindende Hauptveranstaltung wurde durch die Hauptorganisatoren Sebastian Geiger (Fraunhofer ICT) und Gerard Rozing (ROZING.COM Consulting) eröffnet. Von vorne rein müssten die Organisatoren mit einem kleineren Vortragsraum wie im Vorjahr auskommen sodass die TN-Zahl auf 25 begrenzt wurde. In dem großen Vorraum war aber reichlich Platz für Poster Vorstellung und für reges Networking bei der exzellenten Versorgung des ICTs.

Die Teilnehmer kamen vorwiegend aus Arbeitsgruppen deutscher Universitäten, welche sich intensiv mit Methodenentwicklung sowie Anwendung der Kapillarelektrophorese beschäftigen. Von der Solvias AG (Schweiz) kamen ebenfalls zwei Teilnehmer. Allen voran war der Nestor des FFE-Feldes, Dr. Gerhard Weber der FFE-Service in Feldkirchen, als Teilnehmer anwesend.

Das Vortragsprogramm startete, nach eine kurze Vorstellung des ICTs durch Sebastian Geiger, mit einem Beitrag von Martin Meixner, AG Huhn, Eberharts Karl Universität Tübingen über die noch immer schwierige kapillarelektrophoretische Trennung von Proteinen und seine Untersuchungen die Innenfläche der Kapillaren zu deaktivieren. In der Gelelektrophoretische Anwendung mit Polyethylene-oxide wurde festgestellt das die Zugabe von Alkoholen die Selektivität der Trennung verbesserte was auf eine Veränderung des Trennmechanismus zurückgeführt wurde. Er wurde gefolgt mit einem Beitrag von Jennifer Römer, AG Neusüß, Fachhochschule Aalen, über die Kupplung von SDS Gelelektrophoretische Trennung von monoklonale Antikörper mit MS mittels ein zwischengeschaltetes Ventil und eine zweiter CZE Trennung und von Dominic Mähler, Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS Dortmund) der ein Modellsystem vorstellte, worin MalonylCoA und AcetylCoA in einen Durchfluss Verfahren zur Herstellung von Polyketiden verwendet werden und regeneriert werden. Die CZE wird hier für Prozess Analytik eingesetzt.

Nach der Kaffeepause und Poster Session ging es weiter mit einem Beitrag aus der Industrie von Maria Schwarz, Solvias AG, Kaiseraugst, Schweiz die erklärte wie in ihrer AG die CE eingesetzt wird, um Fragen in der Biopharmazeutische Analyse bei z.B. PEGylierte Peptiden, Glycananalysen von monoklonale Antikörper sowie Protein Deamidierung zu klären. Lukas Naumann, AG Neusüß berichtete über seine Masterarbeit über die Evaluierung eines Polyimid basiertes Chip Interface für CE-MS. Dies war eine Zusammenarbeit mit der AG Foret in Brno, Tschechien und Agilent Technologies. Suleiman Krait, AG Scriba, Friedrich Schiller Universität, Jena untersucht chirale Trennung von dexmedetomidine durch Komplexbildung mit verschiedene Cyclodextrinen.

Den Lunch-pause folgte Benjamin Rudisch, AG Huhn über eine nicht-wässerige CE-MS Methode zur Bestimmung von Metformin in Embryos von Zebrafischen und Forelle. Die sehr polare Verbindung ist ubiquitär im aquatischen Milieu vorhanden und ist wenig geeignet mit HPLC Methoden bestimmt zu werden. Der Schwerpunkt der Arbeit lag vorerst auf die Untersuchung der Geometrie des Kapillarende und Einfluss auf Elektrospray Qualität und Stabilität. Stefan Fassbender Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, beschrieb seine Arbeit der Analyse von Metal-Pyrithione Komplexen, die verwendet werden den Außenwand von Schiffe gegen Algen- und Mussel-Wachstum zu schützen, in Oberfläche Wasser. Verwendet wurde ein CE/ICP-MS System.
Thomas Herl, AG Matysik, Universität Regensburg stellte sein Verfahren vor der gekoppelte elektrochemische Oxidation von Cytosine und CE-MS als Modell für oxidative Stress auf DNA. In dem letzten Vortrag stellte Tobias Rösch, AG Huhn, die schnelle und umfassend Analytik von anorganische und organische Anionen im Kühlwasser von Motorfahrzeugen vor. Die komplexe Matrix der modernen Kühlflüssigkeiten macht die CE mit indirekte Photometrische Detektion zu ein geeignetes Verfahren.

Sechs Poster wurde vorgestellte und es fanden sehr rege Diskussionen in den langen Pausen mit den Autoren statt. Alle Abstracts der Vorträge und Poster, soweit sie von den Autoren freigegeben sind, sind auf der Webseite des Forums verfügbar.

Auf Basis der einstimmigen Rückmeldung der Teilnehmer war und ist das Forum eine wichtige Plattform, um sich in ungezwungenem Umfeld fachlich auszutauschen und Kontakte knüpfen zu können. Die Schlussdiskussion ergab folgende Erkenntnisse:

  • Alle Teilnehmer fanden auch das diesjährige Forum wegen viele praktische Hinweise bei der Diskussionen sehr wertvoll für ihre eigene Arbeit, wegen neue Einsichten in ihrem Feld und wegen den (neuen) Kontakte sehr wertvoll
  • Sie befürworten allen eine jährliche Wiederholung
  • Präferenz für eine Veranstaltung die über zwei Tage ausgedehnt wird mit Anreise am späten Vormittag und Abreise am Nachmittag des 2. Tages
  • Ideale TN Zahl etwa 40
  • Mehr Beteiligung von CE- und FFE-Anwender aus der Praxis
  • Möglichkeit jedes zweiten Jahres eine Kombiveranstaltung mit z.B. NL/BE CE-Anwender Meeting

Vielen dank der Organisatoren geht an das Fraunhofer ICT für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die organisatorische Unterstützung durch Sebastian Geiger und Dominik Mueller sowie an der AK Separation Science für die finanzielle Unterstützung.

Auf dem untenstehenden Bild aller TN (mit Zustimmung jeder) fehlen Dr. Gerhard Weber und Sulaiman Krait.

TN CE Forum 640x378

Obere reihe, Thomas Herl, Jennifer Römer, Cristina Montealege, Claudia Michael, Holger Zagst, Sebastian Fassbender, Lukas Naumann
Untere Reihe, Peter Rabenecker, Franziska Sydow, Sebastian Geiger, Gerard Rozing, Carolin Huhn, Benjamin Rudisch, Thomas Rösch, Martin Meixner, Alexander Stolz, Oliver Höcker